Monitoring 2023 / 2024

Grundlegendes zu berichteten Einwohnerdaten

Im Jahr 2025 lebten von den rd. 83,5 Millionen* Menschen rd. 8,4 Millionen bzw. 10,0 % in den zwölf am Kennzahlenvergleich beteiligten Großstädten. Die für das Monitoring verwendeten Einwohnerdaten der Städte entstammen den Melderegistern der Einwohnermeldeämter zum Stichtag 31.12.2025. Konkret heißt dies, dass „Einwohner mit Hauptwohnsitz laut Melderegister der Städte“ gezählt werden. Die Zahlen können daher von anderen veröffentlichten oder anderweitig für Berechnungen genutzten Zahlen (z.B. inkl. Nebenwohnsitz, Zensus) abweichen.

*Quelle: Destatis; Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Grundlage des Zensus 2022 

Einwohnerentwicklung von 2021 auf 2025

Die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner hat in der Summe in den zwölf großen Großstädten von 2021 bis 2025 um ca. 2,4 % zugenommen. Von 2024 auf 2025 ist die Anzahl der Einwohnerinnen und Einwohner im Mittel um ca. 0,1 % gestiegen, in einigen Städten aber minimal gesunken (Dortmund, Dresden, Duisburg, Essen, Rostock und Stuttgart)*.

 

 

 

 

1 _Zuwanderung aus dem Ausland 

Die wichtigste Ursache für das Bevölkerungswachstum ist die anhaltende Zuwanderung. Besonders die Fluchtmigration, etwa aus der Ukraine, hat seit 2022 zu einem deutlichen Plus geführt. Auch Zuzüge aus anderen Ländern wie Rumänien, Türkei und Polen spielen eine große Rolle. 

2 _ Urbanisierungstrend 

Der Anteil der Stadtbevölkerung an der Gesamtbevölkerung nimmt weiter zu. Vor allem internationale Zuwanderung sowie die Konzentration von Arbeitsplätzen, Bildungsangeboten und Infrastruktur machen Städte besonders attraktiv. 

3_ Binnenwanderung 

Während internationale Zuwanderung viele Großstädte wachsen lässt, ziehen im Inland viele Menschen zunehmend ins stadtnahe Umland. Diese Suburbanisierung wird in Städten teils durch Zuzug aus dem Ausland kompensiert. 

4 _ Geburtenüberschuss 

In einigen Großstädten gibt es mehr Geburten als Sterbefälle, was ebenfalls zum Wachstum beiträgt. Allerdings ist dieser Effekt meist geringer als der Einfluss der Zuwanderung. 

In der langfristigen Betrachtung sind von 2021 auf 2025 knapp 195.000 Einwohner mehr in den Städten wohnhaft. 

*Ursachen für diesen Rückgang: Zum einen ist die Zuwanderung aus dem Ausland zurückgegangen, was den zuvor positiven Wanderungssaldo abschwächt. Gleichzeitig ziehen mehr Menschen ins Umland oder andere Regionen, sodass die Binnenwanderung negativ ausfällt. Hinzu kommt, dass mehr Menschen sterben als geboren werden, wodurch ein Geburtendefizit entsteht. 

Einwohnerentwicklung nach Altersklassen

Der Wandel der Einwohnerzahlen von 2024 auf 2025 zeigt Unterschiede zwischen den Altersgruppen und verdeutlicht zentrale demografische Trends.

Am stärksten angewachsen ist die Gruppe der über 85-Jährigen – und zwar über alle Städte hinweg (+5,6 %). Dies spiegelt die steigenden Lebenserwartungen wider: Immer mehr Menschen erreichen ein sehr hohes Alter, begünstigt durch medizinische Fortschritte und bessere Lebensbedingungen. Gleichzeitig ist die Entwicklung ein Teil der gegenläufigen Bewegung bei den 75- bis unter 85-Jährigen (-2,1 %) und lässt sich durch reine Altersgruppenübergänge erklären: Viele Menschen wechseln altersbedingt von der einen in die nächsthöhere Gruppe, wodurch die Zahl der 75- bis 85-Jährigen sinkt und die der über 85-Jährigen steigt.

Auch die 60- bis unter 65-Jährigen (+1,8 %) verzeichnen einen deutlichen Zuwachs. Der Anstieg ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die geburtenstarken Babyboomer in diese Altersgruppe nachrücken. 

Auffällig ist auch der deutliche Rückgang der 0- bis unter 7-Jährigen (-3,4 %): Es wird deutlich, dass die Geburtenrate insgesamt rückläufig ist. Auch bei den 50- bis unter 55-Jährigen und den 55- bis unter 60-Jährigen sind teils größere Rückgänge festzustellen – hier sind vermutlich Übergänge zwischen den Altersgruppen ursächlich. 

 

Einwohnerentwicklung absolut

Die Grafik mit den absoluten Veränderungen verdeutlicht, in welchen Altersgruppen und Städten die größten Einwohnergewinne und -verluste in Personen zu verzeichnen sind. Während die prozentualen Veränderungen die Dynamik zwischen den Gruppen abbilden, geben die absoluten Zahlen Aufschluss darüber, wo die größten Herausforderungen und Anpassungsbedarfe für die Stadtentwicklung liegen. 

Die Analyse zeigt, dass die demografischen Verschiebungen nicht nur prozentual, sondern auch in ihrer realen Größenordnung erhebliche Auswirkungen haben. Besonders in den Altersgruppen ab 60 Jahren sind die Zuwächse in vielen Städten deutlich spürbar, was sich direkt und auch in Zukunft auf die Nachfrage nach altersgerechten Angeboten und Pflegeleistungen auswirken wird.